(2020) AI Emotion Classification Play

This installation was newly developed for the exhibition POST DIGITAL NAVIGATIONS at the ANGEWANDTE INNOVATION LAB (AIL) baller in 1010 Vienna in January 2020.

Margarete Jahrmann & Stefan Glasauer I WANT TO SEE HAPPY MONKEYS. Multimedia installation, Deep Dream Neural Network, AI Emotion Classification and Face Recognition Software, Vienna, 2020

In der Installation I WANT TO SEE HAPPY MONKEYS amalgamieren Margarete Jahrmann & Stefan Glasauer Elemente des aktuellen Status Quo künstlicher Intelligenz: Ein avancierter Bildverarbeitungssalgorithmus erkennt Gesichter und klassifiziert diese als emotionale Objekte. Gesichtserkennung mischt sich mit Objekt- und Emotionsklassifikation. Menschliche Gesichter stellen keine Kategorie des Netzwerks dar. 

Das künstlerische AI Projekt mischt neuronale Netze neu: Emotionale Zustände, die vom “Gesichtsausdruck” abgeleitet werden, werden bestimmten in der Ausstellung gesammelten Gesichtern zugeordnet. Im Zuge der Dauer der Ausstellung wird durch das Spiel mit der Installation die Klassifizierungsfähigkeit des Systems verändert. Die Gewichtungen zwischen den Ebenen des künstlichen Neuronalen Netzwerks werden „gescrambelt“: die Verbindungen der einzelnen Nervenzellen werden dadurch mit anderen neuen Wirkungen gekoppelt. Das Netz verliert seine eigentliche Klassifizierungs-Funktion.

Die Funktionsweise des laufenden künstlichen neuronalen Netzes wird abstrakt dargestellt. Rote Bildpunkte in den Ebenen des Netzes entsprechen besonders aktiven „Neuronen”, Linien indizieren welche Verbindungen der verschiedenen Tiefenschichten des Netzwerks schließlich zur Erkennungsleistung führen. Wie in einer Spiel-Schatzkarte werden Entscheidungen über die neuronalen Verbindungen visualisiert.
Ein tiefer Traumalgorithmus im Hintergrund modifiziert iterativ erkannte und im Gedächtnis des Algorithmus abgespeicherte Gesichter, so dass sie nacheinander als verschiedene Arten von Affen klassifiziert werden.

Je stärker die Emotionen der “Test-Subjekte” vor dem Auge der AI werden, umso tiefer wird das Traumbild des Systems. Im Gedächtnis verbleiben dem Deep Dream Netzwerk in seinen Schichten aus Projektionen eines vieltausend-dimensionalen Vektorraums nur “falsche” Erinnerungen. BesucherInnen, die mit der Installation interagieren, werden zu mitspielenden Testsubjekten. Die träumende Artificial Art memoriert alle SpielerInnen als fühlende Affen – [DEEP DREAM MEMORY: SAD GORILLA] – aber das Ziel nur glückliche Affen zu sehen misslingt. Immer absurder werden die mit den neu errechneten Bildern verbundenen Klassifizierungs-Aussagen. Eine konkrete Deep Dream Poetry der Überwachung und der ihr zugeordneten Konsequenzen sozialer Handlungen entsteht: ANGRY MACAQUE! CRITICAL SQUIRREL MONKEY!

In einer abschliessenden Performance mit Thomas Wagensommerer wird das Spiel mit der künstlichen Intelligenz zu einer Performance des Widerstands. Emotionen, Gesichtsausdruck und das Abhören der laufenden Software sowie das Interagieren mit ihr wird akustisch belohnt und gesteigert — bis hin zu einem Crescendo, in dem Erinnerungen und Zielobjekte im Nebel der Maschinen-Erinnerung versinken…. In einer Tribute Session an unsere Freunde in Hongkong und Chile lautet die finale Conclusio: I RESIST DEEP DREAMS!

//

Sonification Performance of the installation  I WANT TO SEE HAPPY MONKEYS, 2pm at AIL Vienna, 17. Jan 2020

Thomas Wagensommerer Studied Digital Media-technology at the University of Applied Sciences St. Pölten, Philosophy at the University of Vienna, and Transdiciplinary Art (TransArts) at the University of Applied Arts, Vienna. He exhibited at ZKM Karlsruhe, Ars Electronica Linz, Donaufestival Krems, MAK Wien, etc. and developed f.ex. the with M. Jahrmann the Neuroflow Game, presented at AMAZE Playful Media Festival Berlin 2018.

Margarete Jahrmann is an artist, professor for “Game Design” at the ZHDK Zurich such as “Artistic Research” dieAngewandte Vienna. She is one of the pioneers of Game Art with a presence in international exhibition venues such as ZKM Karlsruhe, Ars Electronica, transmediale Berlin, Arco Madrid, Laboral Gijon, as well as at international conferences. As an art-based experiment she founded the research society “Ludic-Society”, focused on performance and urban interventions through play. She curates “Ludic-Method soirèes” and leads an artistic research project on brain computer interfaces, neurosciences, philosophy and art, Neuromatic Game Art.

Stefan Glasauer is Full Professor and Chair of Computational Neuroscience at Brandenburg University of Technology in Cottbus-Senftenberg. He studied electrical engineering at TU Munich and was a PhD fellow at the MPI for Behavioural Physiology in Seewiesen. In 1992 he received his PhD (Dr.-Ing.) from TUM and in 2005 he habilitated in Experimental Neurology and Clinical Neurophysiology. Until 2018 he was Apl-Professor at the Department of Neurology at LMU Munich, and Deputy Executive Director of the German Centre for Vertigo and Ocolumotor Disorders, LMU.

//